Nach mehreren Meldungen über Signalkrebse haben wir uns gemeinsam mit Gut Wasserwaid dem Thema intensiver gewidmet. Über Markus Kühlmann vom Ruhrverband konnte uns Lennard Schneider freundlicherweise sechs Krebsreusen organisieren, die wir über einen Zeitraum von 14 Tagen nutzen durften. Kurzfristig fanden sich einige engagierte Vereinsmitglieder zusammen, um mehrere Probefischungen durchzuführen.
In den ersten Tagen blieben die Reusen an vielen Abschnitten unserer Angelstrecke noch ohne Erfolg. Erst im Bereich der Ohlbrücke änderte sich das Bild deutlich: Innerhalb von etwa 1,5 Stunden konnten dort rund 28 Krebse gefangen werden, teilweise in beachtlicher Größe. Insgesamt wurden im Verlauf der Aktion 126 Krebse entnommen.
Dabei zeichneten sich einige Muster ab, die wir anfangs noch nicht berücksichtigt hatten. Es wurden verschiedene Köder getestet, wobei sich frische Köderfische als besonders effektiv erwiesen. Vor allem Rotaugen zeigten eine deutlich stärkere Lockwirkung als andere Köder. Frische Rotaugen werden von den Krebsen somit am besten angenommen.
Allerdings zeigte sich auch, dass das Fangen von Hand, insbesondere an lauen Sommerabenden deutlich effizienter war. Zu dieser Zeit verlassen die Krebse für etwa eine Stunde ihre Verstecke, sodass in kurzer Zeit viele Tiere gefangen werden konnten. Eine Reuse hingegen über Nacht im Wasser zu belassen, erwies sich nach unseren Erfahrungen als wenig sinnvoll. Zudem sollte bei der Reusen Fischerei stets eine Aufsicht erfolgen, da ansonsten andere Tiere gefährdet werden können. In den ersten Tests gerieten leider zeitweise mehr Nutrias als Krebse in die Reusen, zudem wurde ein kleiner Aal gefangen.
Die Aktion wird ab dem Sommer fortgesetzt. Hierfür wurden inzwischen eigene Reusen angeschafft. Wir sind weiterhin dankbar für jede Meldung von Sichtungen oder Hinweise aus der Mitgliedschaft. Vereinsmitglieder, die sich aktiv an der weiteren Suche beteiligen möchten, sind herzlich willkommen. Ob im Sommer ein gemeinsamer Aktionsabend zur gezielten Suche nach weiteren Krebsbeständen organisiert wird, steht derzeit noch nicht fest.
Sichtungen wurden bislang aus der gesamten unteren Strecke gemeldet. Auch auf der Fliegenstrecke sollte die Situation noch einmal genauer überprüft werden. Auffällig war jedoch, dass an Stellen mit intensiver Entnahme deutliche Veränderungen erkennbar waren, die sich nicht zwingend positiv auf das Gewässer ausgewirkt haben. Daher gilt es, mit Augenmaß vorzugehen. Die Krebse haben sich mittlerweile fest etabliert und dienen sowohl unseren Forellen als auch Wasservögeln als Nahrungsquelle. Zudem tragen sie dazu bei, den Gewässerboden sauber zu halten und ein übermäßiges Zuwachsen zu verhindern.









